Pestsäule, Mariensäule
Gemeinde: Ernstbrunn
Zeitkategorie: 18. Jahrhundert, 1. Hälfte
Chronik:
Im Jahre 1713 forderte die durch Niederösterreich ziehende Pest, in Ernstbrunn ziemlich spät auftretend, seine Opfer. Von den 70 Häusern im Ort wurden 4 betroffen und es gab 23 Tote zu beklagen.
Die Gemeinde, an der Spitze der Dorfrichter Johann Martin HARTMANN, mit seinen Räten versprachen eine steinerne "Rettsäule" zu Ehren der unbefleckten Empfängnis MARIAE aufzurichten.
Mitte des Hauptplatzes wurde diese Pestsäule errichtet. Der Wiener Bildhauer Michael Rochus MAYRHOFER erbaute diese im Jahre 1714; am 13. Juli fand die Grundsteinlegung statt. 700 Gulden wurden für das Werk mit Steinumrandung bezahlt.
Beschreibung:
Die Pestsäule ist als zentrales Element in einem achteckigen Brunnen aufgeführt. der von einer aus steinernen Girlanden bestehenden Brüstung umschlossen ist. Auf jedem der Eckpunkte der Brüstung befinden sich kleine Putten (Engelsfiguren).
Auf dem zentralen Sockeln steht an jeder Ecke ein Heiligenstatue (Hl. Sebastian u.A.). Die Säule selbst wird von einer steinernen Girlande umwunden, auf der kleine Putten beinahe freischwebend tanzen.
Die Spitze der Säule wird von einer Marienstatue gebildet, die einen goldenen Sternenkranz trägt
Die letzte Renovierung fand 2000 statt.
Details
Gemeindename | Ernstbrunn |
Gemeindekennzahl | 31203 |
Ortsübliche Bezeichnung | Pestsäule, Mariensäule |
Objektkategorie | 1571 ( Religiöse Kleindenkmäler | Hochsäulen, Pestsäulen- und -kreuze | Mariensäulen) |
Katastralgemeinde | Ernstbrunn -- GEM Ernstbrunn |
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer | 78 |
Ortschafts- bzw. Ortsteil | Ernstbrunn |
Straße und Hausnummer bzw. Flurname | Hauptplatz 25 |
Längengrad | 16.36303 |
Breitengrad | 48.52743 |
denkmalgeschützt | geschuetzt |
Höhe (m) | 9 |
gemessen od. geschätzt | geschätzt |
Breite (m) | 3.8 |
gemessen od. geschätzt | gemessen |
Tiefe (m) | 3.8 |
gemessen od. geschätzt | gemessen |
Zustandsklassifizierung | gut |
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös: empfohlene Maßnahmen |
Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) | Die Pestsäule ist als zentrales Element in einem achteckigen Brunnen aufgeführt. der von einer aus steinernen Girlanden bestehenden Brüstung umschlossen ist. Auf jedem der Eckpunkte der Brüstung befinden sich kleine Putten (Engelsfiguren). Auf dem zentralen Sockeln steht an jeder Ecke ein Heiligenstatue (Hl. Sebastian u.A.). Die Säule selbst wird von einer steinernen Girlande umwunden, auf der kleine Putten beinahe freischwebend tanzen. Die Spitze der Säule wird von einer Marienstatue gebildet, die einen goldenen Sternenkranz trägt Die letzte Renovierung fand 2000 statt. |
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details | An der Ostseite erkennt man oben das Wappen von Ernstbrunn, den Ziehbrunnen mit Eimer, links ein "M", rechts ein "E" (Marktgemeinde Ernstbrunn), darunter stehen die lateinischen Worte: Etwa zu übersetzen mit "Unversehrte Mutter" Wir lesen weiter in Deutsch: Die längst das Schlangenhaupt mit Gottes Gnad zertreten, war mächtig auch allhier uns von dem Gift zu retten. Kaum das sich hat die Gemeind Maria Schutz verpflichtet wurd in ein Augenblick des Todes Gewalt zernichtet. (Aus einem Gelöbnis von 1714) An der Nordseite sieht man die Verkündigung Maria mit der Inschrift: "AVE MARIA GRATIA PLENA" zu Deutsch: "Gegrüßt seist du Maria voller Gnade" darunter liest man: An der Südseite des Sockels erkennen wir die Darstellung der Geburt Christi mit Anbetung der hl. Drei Könige. Die Inschrift lautet: "NATUS NUBIS SALVATUS". zu Deutsch: "Uns als Retter geboren" An der Westseite ist die hl. ROSALIA dargestellt. Oberhalb sieht man das Wappen der Sinzendorfer mit den drei Würfeln und darüber eine fünfzackige Krone. Als Inschrift liest man: "NATUS EST NOBIS" zu Deutsch: "Er ist uns geboren". Auf den schon erwähnten vorspringenden Eckpfeilern umgeben vier Statuen die Säule. An der Südostecke steht der hl. BORROMÄUS – Kardinal Erzbischof von Mailand, geboren 1538, gestorben 1584. Er bewies besonderen Mut bei der Pestepidemie 1576. 1610 erfolgte die Heiligsprechung. An der Nordostecke steht der hl. FRANZ-XAVER – er wurde im heutigen Spanien geboren, lebte von 1506 bis 1552, war im kath. Orden der Jesuiten tätig und wirkte als Missionar in Ostindien, auf den Molukken und in Japan. Am Sockel sind vier Buchstaben zu sehen, die sich wahrscheinlich auf einen Restaurator beziehen." An der Nordwestecke steht der hl. SEBASTIAN, ein römischer Märtyrer. Er wurde um das Jahr 288 unter Kaiser DIOKLETIAN von Bogenschützen mit Pfeilen durchbohrt. Er ist Patron der Schützengilden. An der Südwestecke steht der hl. ROCHUS, einer der 14 Nothelfer. Er gilt als Schutzheiliger gegen die Pest und Seuchen. Gestorben ist er 1327. Bei allen vier Figuren steht nach dem Namen des Heiligen die Abkürzung O.P.N. = ORA PRO NOBIS, auf Deutsch: "Bitte für uns". Die Säule selbst wird von Engelköpfen, Putti und Wolkenballungen umwunden. Am Ende der Säule steht auf einer schlangenumwundenen Erdkugel die Gottesmutter, die Hände zum Gebet gefaltet. Das Haupt ist mit einem goldenen Sternenkranz umgeben. Auf dem achtseitigen Steingitter, das die Säule umgibt, steht an jeder Ecke ein Putto mit Symbolen der Iauretanischen Litanei: Rose, Turm, Portal, Haus, Stern, Gefäß, Arche, eine Figur trägt kein Symbol, sondern hat die Arme verschränkt. Sie stellt wahrscheinlich die Demut (demütige Jungfrau) dar. |
Zeitkategorie | 18. Jahrhundert, 1. Hälfte |
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) | Im Jahre 1713 forderte die durch Niederösterreich ziehende Pest, in Ernstbrunn ziemlich spät auftretend, seine Opfer. Von den 70 Häusern im Ort wurden 4 betroffen und es gab 23 Tote zu beklagen. Die Gemeinde, an der Spitze der Dorfrichter Johann Martin HARTMANN, mit seinen Räten versprachen eine steinerne "Rettsäule" zu Ehren der unbefleckten Empfängnis MARIAE aufzurichten. Mitte des Hauptplatzes wurde diese Pestsäule errichtet. Der Wiener Bildhauer Michael Rochus MAYRHOFER erbaute diese im Jahre 1714; am 13. Juli fand die Grundsteinlegung statt. 700 Gulden wurden für das Werk mit Steinumrandung bezahlt. |
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) |
Pestsäule - Zentrale Säule | |
2023-04-27 | |
Andreas Hermann |
Pestsäule - Gesamtsicht | |
2023-04-27 | |
Andreas Hermann |
Pestsäule - Spitze der Säule | |
2023-04-27 | |
Andreas Hermann |
Pestsäule - Hl. Sebastian Heiligengruppe - Mittelteil | |
2023-04-27 | |
Andreas Hermann |
Pestsäule - Engerl Detail | |
2023-04-27 | |
Andreas Hermann |
Pestsäule - Engerl Detail | |
2023-04-27 | |
Andreas Hermann |
Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen | Quellenangaben: Heimatspiegel Regesten der Pfarre Ernstbrunn dtv Brockhaus Wilhelm Hohenecker |
Datum der Erfassung | 2023-04-28 |
Datum der letzten Bearbeitung | 2025-03-13 |
letzter Bearbeiter | Andreas Hermann |